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Die Geschichte Thailands
Erste Stadtgründungen erfolgten in Zentralthailand bereits vor der Zeitenwende. Um 857 n. Chr. gründete Prinz Phrom die Stadt Fang westlich von Chiang Rai. Im Jahre 1238 konnten die Thai die Khmer verdrängen. Sie erweiterten eine eroberte Khmer-Siedlung und nannten die Stadt Sukhothai. Sie gilt als die Wiege des heutigen Thailand. Geschickt formte König Ramkhamhaeng aus den verschiedenen kulturellen Einflüssen ein einheitliches Gebilde, das er mit kriegerischen und diplomatischen Mitteln erweiterte. Es beruhte auf der Ordnung mongolischer Herrschern, auf einer Kultur, die aus der Assimilation mit den Khmer entstand und hatte den singhalesischen Buddhismus zur Grundlage, der von den Mon übernommen wurde. Zugang zum König, freier Handel und Steuerfreiheit sowie eine milde Justiz machen diesen Staat zu einem für die damalige Zeit modernen Staatswesen. Gleichzeitig bildeten sich weitere Thai-Fürstentümer mit lokalen Machtzentren in Chiang Mai und in Ayutthaya. Sukhothai hat ein so reiches Erbe an Kunstwerken, architektonischen und kulturellen Errungenschaften hinterlassen, dass diese Periode als die Blütezeit der Geschichte Thailands gilt.
Ayutthaya nutzte bald die mangelhafte Wehrhaftigkeit Sukhothais und übernahm das Königreich im Jahr 1350. Über vier Jahrhunderte lang beeinflusste das neue Machtzentrum die Geschichte Südostasiens. König Rama Thibodi eroberte Angkor und vertrieb den Khmer-König nach Laos. Er ließ ein Gesetzbuch verfassen, sorgte für den Bau von Tempeln und für die Einführung des Theravada-Buddhismus, um sich von den hinduistisch beeinflussten Khmer abzugrenzen. In der Folge gelang es den Königen von Ayutthaya, das Reich der Khmer im Jahre 1431 endgültig zu zerstören und die Dynastie von Sukhothai zu beenden.
Zwischen 1509 und 1516 nahm Rama Thibodi II. nahm als erster Thai-Herrscher, den Kontakt zu Europa auf. Portugal durfte nun Handelsniederlassungen errichten. In der Folgezeit verstärkten sich die Rivalitäten zwischen Birma und Ayutthaya. Naresuan wurde König von Ayutthaya, besiegte die Birmanen und vereinte Siam wieder in den Grenzen von 1549. Er verstärkte die Beziehungen zu Portugal und Spanien durch einen Vertrag von 1598 mit König Philipp II. Es kam zu ersten Spannungen mit den europäischen Mächten. 1680 wurde die französische Ostindien-Kompanie gegründet, was dazu führte, dass 1687 französische Truppen in Siam einzogen. Nach der Ernennung des Prinzen Phetracha zum König gab dieser der nationalistischen Partei nach und vertrieb die französischen Truppen. Für die folgenden 130 Jahre schottete sich Siam gegen die Außenwelt ab. Diese Zeit bildete den Höhepunkt der Literatur Thailands.
Die Bedrohung durch die Birmanen nahm zu. Im Jahr 1767 fiel Ayutthaya. Eine beispiellose Zerstörung der Stadt begann und zahlreiche Schriften und Kunstwerke gingen für immer verloren. Der General Paya Tak (Taksin) konnte der birmanischen Verheerung entgehen. Er sammelte über 5.000 Kämpfer und ließ sich in der neuen Hauptstadt Thonburi nieder. In den folgenden Jahren verfiel Taksin zunehmend dem Wahnsinn. Nach einer Verschwörung wurde er von Palastpersonal getötet. Im Jahr 1782 bestieg sein fähigster General als Rama I. den Thron. Als Begründer der Chakri-Dynastie baute er einen neuen Palast und begründete damit den Ursprung des modernen Bangkok. Rama I. setzte die von Taksin begonnene Restauration und Ausdehnung des Reiches fort. Der König setzte sich zum Ziel, die alte Pracht von Ayutthaya auf die neue Hauptstadt zu übertragen. Dazu werden Khlongs (Kanäle) ausgehoben und prächtige Tempel geschaffen.
Der Sohn Ramas I. nahm die Beziehungen zu Europa wieder auf. Portugal errichtete die erste Botschaft in Bangkok. Rama III. widersetzte sich den zunehmenden europäischen Bündnisbestrebungen mit einer Art Schaukeldiplomatie, die bis heute ein Kennzeichen thailändischer Politik ist und die sich als sehr effektiv gegen die Vereinnahmung durch Großmächte erwiesen hat. Damit blieb Siam der einzige Staat der Region, der nicht kolonisiert wurde.
Rama V. übernahm 1871 den Thron. Er war westlichem Gedankengut aufgeschlossen und setzte die Reformen seines Vaters fort. Er hinterließ durch seine Verwaltungsreformen einen modernen Staat. Thailand schlug sich im Ersten Weltkrieg auf die Seite der Entente und unterstützte diese durch 2.000 Elitesoldaten. Damit erreichte es einen Sitz im Völkerbund. Während der Regierung Rama VII. Prajadhipoks (1925–1935) beendete ein gewaltloser Militärputsch die letzte absolute Monarchie. 1939 wurde Siam offiziell in Thailand umbenannt. Die japanische Expansion 1941 brachte Thailand in eine schwierige Lage, da die Nachbarländer Malaysia und Birma bei Ausbruch des Krieges im Pazifik schnell an Japan fielen. Auf massiven Druck schloss Thailand im Dezember 1941 einen Bündnisvertrag mit dem Kaiserreich ab. Die Japaner stationierten Soldaten in Bangkok und in der westlichen Provinz Kanchanaburi. Während des Baus der strategisch wichtige Eisenbahn über den Kwae Noi, den River Kwai, von Juni 1942 bis Oktober 1943 starben über 90.000 Menschen. Im September 1945 wurde Thailand wieder zurück benannt in Siam.
Am 9. Juni 1946 kam der junge König Rama VIII. unter mysteriösen Umständen ums Leben. Sein junger Bruder musste nun plötzlich die Thronfolge übernehmen. Rama IX. wurde am 5. Mai 1950 zum König gekrönt. Seither führte er in zahlreichen Entwicklungsprojekten, selbst Regie und kümmerte sich um Not und Probleme im Land. Das Staatsoberhaupt gewann so die vorbehaltlose Sympathie des Volkes. Im Mai 1949 wurde Siam wieder in Thailand umbenannt. Während des Vietnamkrieges, gewährte die Regierung im Jahr 1965 den USA das Nutzungsrecht von Flugplätzen. 1967 waren bereits 40.000 US-Streitkräfte in Thailand stationiert. Außenpolitisch musste Thailand 1974 auf die kommunistische Machtübernahme in Laos, Vietnam und Kambodscha reagieren und nahm diplomatische Beziehungen zu China auf. In den folgenden Jahren litt das Land nicht nur unter den Folgen des dramatisch gestiegenen Ölpreises, sondern auch unter den Flüchtlingsströmen aus Französisch-Indochina. Im Jahr 2001 ging Thaksin Shinawatra als neuer Premierminister aus den Wahlen hervor und wurde 2005 mit überwältigender Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Im April 2006 fanden nach monatelangen Protesten gegen die Amtsführung des Premierministers Neuwahlen statt. Im September 2006 kam es dann zu einem Putsch; Im Oktober 2006 wurden der neue Premierminister Surayud Chulanont und sein Kabinett durch den König bestätigt.

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